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ENZYKLIKA
LABOREM EXERCENS
VON PAPST
JOHANNES PAUL II
AN DIE
VEREHRTEN BRÜDER IM BISCHOFSAMT
DIE PRIESTER UND ORDENSLEUTE
DIE SÖHNE UND TÖCHTER DER KIRCHE
UND AN ALLE MENSCHEN GUTEN WILLENS
ÜBER DIE MENSCHLICHE ARBEIT
ZUM NEUNZIGSTEN JAHRESTAG
DER ENZYKLIKA "RERUM NOVARUM"
| Einführung |
I Einführung |
| Kapitel
1 |
II Die Arbeit und der Mensch |
| Kapitel
2 |
III
Der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital im gegenwärtigen Abschnitt
der Geschichte |
| Kapitel
3 |
IV Die Rechte des arbeitenden Menschen |
| Kapitel
4 |
V Elemente für eine Spiritualität der Arbeit |
III.
DER KONFLIKT ZWISCHEN ARBEIT UND KAPITAL
IM GEGENWÄRTIGEN ABSCHNITT DER GESCHICHTE
11. Dimensionen dieses Konfliktes
Die im Vorhergehenden kurz dargelegten grundlegenden Bezüge menschlicher
Arbeit stützen sich einerseits auf die ersten Seiten der Bibel und bilden
andererseits in gewissem Sinne das Grundgerüst der entsprechenden
kirchlichen Lehre, die sich im Lauf der Jahrhunderte und im Zusammenhang
der verschiedenen geschichtlichen Erfahrungen unverändert durchgehalten
hat. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen, welche der Enzyklika Rerum
novarum vorangegangen und gefolgt sind, gewinnen sie jedoch besondere
Eindringlichkeit und lebendige Aktualität. So erscheint die Arbeit in
dieser Analyse als eine große Wirklichkeit, die auf die menschenwürdige
Gestaltung der uns vom Schöpfer anvertrauten Welt einen grundlegenden
Einfluß ausübt; sie ist gleichzeitig eine Wirklichkeit, die mit dem
Menschen - als ihrem Subjekt - und mit seinem vernünftigen Handeln eng
verbunden ist.
Diese Wirklichkeit füllt normalerweise das menschliche Leben aus und
prägt maßgebend seinen Wert und Sinn. Wenn auch mit Mühe und
Anstrengung verbunden, bleibt die Arbeit dennoch ein Gut, so daß sich der
Mensch durch die Liebe zu ihr entwickelt. Dieser durchaus positive und
schöpferische, erzieherische und verdienstliche Charakter der
menschlichen Arbeit muß die Grundlage der Wertungen und Entscheidungen
bilden, die heute für den Bereich der Arbeit getroffen werden, und dies
auch hinsichtlich der subjektiven Rechte des Menschen, wie internationale
Erklärungen und auch zahlreiche Arbeitsgesetzgebungen zeigen, die
entweder von den zuständigen gesetzgebenden Organen der einzelnen Länder
oder von den Organisationen ausgearbeit wurden, die ihre soziale oder auch
sozialwissenschaftliche Aktivität der Problematik der Arbeit widmen. Eine
Organisation, die solche Initiativen auf internationaler Ebene fördert,
ist das Internationale Arbeitsamt, die älteste Unterorganisation der
Vereinten Nationen.
In einem späteren Teil unserer Erwägungen möchte ich genauer auf diese
wichtigen Probleme eingehen und zumindest die grundlegenden Elemente der
kirchlichen Lehre zu diesem Thema in Erinnerung rufen. Vorher ist es
jedoch angezeigt, einen sehr wichtigen Problemkreis zu berühren, vor
dessen Hintergrund sich diese Lehre in ihrer letzten Phase herausgebildet
hat, in jenem Zeitabschnitt, für den das Jahr der Veröffentlichung der
Enzyklika Rerum novarum gleichsam das symbolische Datum darstellt.
Bekanntlich wurde während dieses ganzen Zeitabschnittes, der übrigens
noch keinesfalls beendet ist, das Problem der Arbeit zur Grundlage des
großen Konfliktes, der in der Epoche der industriellen Entwicklung und
Hand in Hand mit ihr zwischen der »Welt des Kapitals« und der »Welt der
Arbeit« auftrat, das heißt zwischen der kleinen, aber sehr
einflußreichen Gruppe der Unternehmer, der Eigentümer oder Besitzer der
Produktionsmittel, und der viel zahlreicheren Menge derer, die nicht über
diese Mittel verfügten, sondern am Produktionsprozeß ausschließlich
durch ihre Arbeit teilnahmen. Dieser Konflikt entstand dadurch, daß die
Arbeiter ihre Kräfte der Gruppe der Unternehmer zur Verfügung stellten
und diese, weil vom Prinzip des größten Gewinns geleitet, darum bestrebt
war, für die Leistung der Arbeiter eine möglichst niedrige Entlohnung
festzulegen. Dazu kamen noch andere Elemente der Ausbeutung, die mit dem
Mangel an Sicherheit am Arbeitsplatz und auch an Garantien hinsichtlich
der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter und ihrer Familien zu tun
hatten.
Dieser Konflikt, von einigen als sozio-ökonomischer Konflikt mit
Klassencharakter gedeutet, fand seinen Ausdruck im ideologischen Konflikt
zwischen dem Liberalismus - als Ideologie des Kapitalismus verstanden -
und dem Marxismus - als Ideologie des theoretischen Sozialismus und des
Kommunismus aufgefaßt -, der den Anspruch erhebt, als Wortführer der
Arbeiterklasse, des Proletariats der ganzen Welt aufzutreten. Auf diese
Weise wurde der reale Konflikt, der zwischen der Welt der Arbeit und der
Welt des Kapitals bestand, zum programmierten Klassenkampf, der nicht nur
mit ideologischen, sondern gerade und in erster Linie mit politischen
Mitteln geführt wurde. Die Geschichte dieses Konflikts ist bekannt;
bekannt sind auch die Forderungen der einen und der anderen Seite. Das
marxistische Programm, das auf der Philosophie von Marx und Engels
aufbaut, sieht im Klassenkampf den einzigen Weg zur Beseitigung der
klassenbezogenen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft und auch der
Klassen selbst. Die Verwirklichung dieses Programms setzt an den Anfang
die Kollektivierung der Produktionsmittel, damit durch die Übertragung
dieser Mittel von Privatpersonen auf das Kollektiv die menschliche Arbeit
vor der Ausbeutung bewahrt bleibe.
Dieses Ziel strebt der nicht nur mit ideologischen, sondern auch mit
politischen Mitteln geführte Kampf an. Die Gruppierungen, die sich als
politische Parteien von der marxistischen Ideologie leiten lassen, streben
gemäß dem Prinzip der »Diktatur des Proletariats« und durch die
Ausübung verschiedenartiger Einflüsse - einschließlich des
revolutionären Druckes - nach dem Machtmonopol in den einzelnen Ländern,
um dort durch die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln
das kollektivistische System einzuführen. Nach den wichtigsten Ideologen
und Führern dieser großen internationalen Bewegung ist es das Ziel eines
solchen Aktionsprogramms, die soziale Revolution zu vollziehen und in der
ganzen Welt den Sozialismus und letzten Endes das kommunistische System
einzuführen.
Wenn wir diesen außerordentlich wichtigen Kreis von Problemen berühren,
die keine bloße Theorie sind, sondern geradezu ein Geflecht von
sozio-ökonomischen, politischen und internationalen Lebensvollzügen
unserer Epoche, ist es nicht möglich, aber auch nicht notwendig, auf
Einzelheiten einzugehen, da diese aufgrund der reichen Literatur wie auch
der praktischen Erfahrungen bekannt sind. Man muß vielmehr von ihrem
geschichtlichen Kontext auf das zugrundeliegende Problem der menschlichen
Arbeit zurückgehen, dem die Erwägungen des vorliegenden Dokumentes vor
allem gelten. Umgekehrt läßt sich natürlich dieses zentrale Problem -
»zentral« wieder im Hinblick auf den Menschen gesagt, stellt es doch
eine der grundlegenden Dimensionen seines irdischen Daseins und seiner
Berufung dar - nur dann klären, wenn man dem ganzen Kontext der
zeitgenössischen Wirklichkeit Rechnung trägt.
12. Der Vorrang der Arbeit
Angesichts der gegenwärtigen Wirklichkeit, in deren Struktur so viele vom
Menschen verursachte Konflikte zutiefst eingefügt sind und in der die
technischen Mittel - eine Frucht der menschlichen Arbeit - eine
erstrangige Rolle spielen (man denke hier auch an die Möglichkeit eines
weltweiten Zusammenbruchs im Falle eines Atomkrieges mit seinen fast
unvorstellbaren Zerstörungskräften), muß man vor allem ein Prinzip in
Erinnerung rufen, das die Kirche immer gelehrt hat: das Prinzip des
Vorranges der Arbeit gegenüber dem Kapital. Dieses Prinzip betrifft
direkt den Produktionsprozeß, für den die Arbeit immer eine der
hauptsächlichen Wirkursachen ist, während das Kapital, das ja in der
Gesamtheit der Produktionsmittel besteht, bloß Instrument oder
instrumentale Ursache ist. Dieses Prinzip ist eine offensichtliche
Wahrheit, die sich aus der ganzen geschichtlichen Erfahrung des Menschen
ergibt.
Wenn wir im ersten Kapitel der Bibel hören, daß der Mensch die Erde sich
untertan machen soll, dann wissen wir, daß sich diese Worte auf alle
Schätze beziehen, welche die sichtbare Welt zur Verfügung des Menschen
in sich birgt. Dennoch können diese Reichtümer nur durch die Arbeit dem
Menschen nutzbar gemacht werden. Mit der Arbeit ist von Anfang an auch das
Problem des Eigentums verbunden. Tatsächlich verfügt der Mensch, will er
die in der Natur verborgenen Schätze sich und den anderen nutzbar machen,
nur über ein einziges Mittel, nämlich die Arbeit. Um aber diese Schätze
durch seine Arbeit ausnützen zu können, eignet sich der Mensch kleine
Teile der Naturschätze des Erdinnern, des Meeres, der Erde, des Weltraums
an. Von all dem eignet er sich etwas an und macht daraus seine Werkstatt.
Diese Aneignung geschieht durch Arbeit und für weitere Arbeit.
Das gleiche Prinzip läßt sich auf die nachfolgenden Phasen dieses
Prozesses anwenden, dessen erste Phase stets die Beziehung des Menschen zu
den Schätzen der Natur bleibt. All das Bemühen des Geistes um die
Entdeckung dieser Schätze und ihrer verschiedenen
Verwendungsmöglichkeiten durch den Menschen und für den Menschen macht
uns bewußt, daß alles, was bei der gesamten Wirtschaftsproduktion vom
Menschen stammt - sowohl die Arbeit als auch die Gesamtheit der
Produktionsmittel und die mit ihnen verbundene Technik, das heißt die
Fähigkeit, diese Mittel bei der Arbeit einzusetzen -, die Schätze der
sichtbaren Welt voraussetzt, die der Mensch vorfindet, nicht schafft. Er
findet sie gewissermaßen schon fertig vor, bereit für die erkennende
Entdeckung und für die richtige Verwendung im Produktionsprozeß. In
jeder Phase seiner Arbeit steht der Mensch vor der Tatsache, daß er
zuallererst von seiten der Natur und letzten Endes von seiten des
Schöpfers beschenkt wird. Am Anfang der menschlichen Arbeit steht das
Geheimnis der Schöpfung. Diese bereits als Ausgangspunkt angegebene
Feststellung zieht sich wie ein roter Faden durch das vorliegende Dokument
und wird in dessen letztem Teil noch weiter entfaltet werden.
Die folgenden Gedanken zu diesem Problem sollen uns bestärken in der
Überzeugung vom Vorrang der menschlichen Arbeit gegenüber dem, was mit
der Zeit allmählich als »Kapital« bezeichnet wurde. Wenn nämlich zum
Bedeutungsbereich dieses Begriffes außer den uns zur Verfügung stehenden
Naturschätzen auch das Gesamt all jener Mittel gehört, durch die der
Mensch sie sich zu eigen macht und seinen Erfordernissen entsprechend
umwandelt, wobei er sie so in gewissem Sinne »humanisiert«, dann muß
man bereits hier feststellen, daß diese Gesamtheit der Mittel das
geschichtlich gewachsene Erbe menschlicher Arbeit ist. Alle
Produktionsmittel, von den primitivsten bis zu den ultramodernen, sind
nach und nach vom Menschen erarbeitet worden, von seiner Erfahrung und
seiner Intelligenz. Auf diese Weise entstanden nicht nur die einfacheren
Werkzeuge, die zur Bebauung der Erde dienen, sondern - dank des
entsprechenden Fortschritts der Wissenschaft und Technik - auch die
moderneren und komplizierteren: Maschinen, Fabriken, Laboratorien und
Computer. So ist alles, was zur Arbeit dient, alles, was beim heutigen
Stand der Technik ihr immer vollkommeneres »Werkzeug« darstellt, eine
Frucht der Arbeit.
Dieses gigantische und mächtige Werkzeug - die Gesamtheit der
Produktionsmittel, die in gewissem Sinne mit dem »Kapital« gleichgesetzt
werden - ist Frucht der menschlichen Arbeit und trägt deren Zeichen. Wenn
der Mensch, das Subjekt der Arbeit, beim heutigen Ausmaß technischen
Fortschritts, sich dieser Gesamtheit moderner Instrumente, der
Produktionsmittel also, bedienen will, muß er sich zuerst die Frucht der
Arbeit jener Menschen geistig aneignen, die diese Instrumente erfunden,
geplant, konstruiert und vervollkommnet haben und dies noch weiterhin tun.
DieArbeitsfähigkeit, das heißt die Fähigkeit wirksamer Teilnahme am
modernen Produktionsprozeß, erfordert eine immer bessere Vorbereitung und
vor allem eine entsprechende Ausbildung. Natürlich bleibt bestehen, daß
jeder Mensch, der am Produktionsprozeß teilnimmt - auch dann, wenn er nur
eine solche Arbeit verrichtet, für die weder eine besondere Ausbildung
noch spezielle Voraussetzungen erforderlich sind -, in diesem Prozeß als
echtes Subjekt wirksam ist, während sämtliche Instrumente, seien sie als
solche auch noch so vollkommen, einzig und allein dem menschlichen Tun
untergeordnete Werkzeuge sind.
Diese Wahrheit, die zum festen Bestand der kirchlichen Lehre gehört, muß
im Zusammenhang mit der Frage der Arbeitsordnung und auch des gesamten
sozio-ökonomischen Systems immer wieder betont werden. Man muß den
Primat des Menschen im Produktionsprozeß, den Primat desMenschen
gegenüber den Dingen unterstreichen und herausstellen. Alles, was der
Begriff »Kapital« - im engeren Sinn - umfaßt, ist nur eine Summe von
Dingen. Der Mensch als Subjekt der Arbeit und unabhängig von der Arbeit,
die er verrichtet, der Mensch und er allein ist Person. Diese Wahrheit
enthält wichtige und entscheidende Folgerungen.
13. Ökonomismus und Materialismus
Vor allem wird im Licht dieser Wahrheit ganz deutlich, daß man das
Kapital nicht von der Arbeit trennen und man keineswegs die Arbeit und das
Kapital in einen Gegensatz zueinander stellen kann, geschweige denn - wie
später erläutert werden wird - die konkreten Menschen, die jeweils
hinter diesen Begriffen stehen. Richtig, das heißt dem Wesen des Problems
entsprechend, richtig, das heißt innerlich wahr und zugleich moralisch
zulässig, kann eine Arbeitsordnung nur dann sein, wenn sie schon in ihren
Grundlagen den Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital überwindet und
versucht, sich nach dem oben dargelegten Prinzip des wesenhaften und
effektiven Vorranges der Arbeit aufzubauen, nach dem Prinzip des Menschen
als des Subjektes der Arbeit und seiner wirksamen Teilnahme am ganzen
Produktionsprozeß, unabhängig von der Art der Leistungen, die der
Arbeitende erbringt.
Der Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital hat seinen Ursprung nicht in der
Struktur des eigentlichen Produktionsprozesses und auch nicht in jener des
allgemeinen Wirtschaftsprozesses. Dieser Prozeß zeigt vielmehr eine
gegenseitige Durchdringung von Arbeit und dem, was wir gewöhnlich als
Kapital bezeichnen, zeigt deren unauflösbare Verbindung. In jeder
Werkstätte, sei sie verhältnismäßig einfach oder auch ultramodern,
kann sich der Mensch leicht darüber klar werden, daß er mit seiner
Arbeit in ein doppeltes Erbe eintritt, in jenes, das die allen Menschen
gegebenen Naturschätze bilden, und in jenes, das andere schon vor ihm aus
diesen Naturschätzen erarbeitet haben vor allem durch die Entwicklung der
Technik, nämlich durch die Herstellung immer vollkommenerer
Arbeitsgeräte: arbeitend tritt der Mensch zugleich in die Arbeit anderer
ein.(21) Vom Verstand und auch von unserem aus dem Wort Gottes
erleuchteten Glauben her nehmen wir ohne Schwierigkeiten ein solches Bild
vom Schauplatz und vom Prozeß menschlicher Arbeit an. Es ist ein
vollständiges, Gott und den Menschen einbeziehendes Bild. Der Mensch ist
darin »Herr« der Geschöpfe, die in der sichtbaren Welt seiner
Verfügung unterstellt sind. Wenn im Lauf des Arbeitsprozesses eine
Abhängigkeit aufscheint, so ist es die Abhängigkeit vom Geber aller
guten Gaben der Schöpfung und dazu diejenige von anderen Menschen, deren
Arbeit und Initiative wir unsere bereits vervollkommneten und erweiterten
Arbeitsmöglichkeiten verdanken. Von alledem, was im Produktionsprozeß
eine Summe von »Sachen« darstellt, von den Instrumenten und vom Kapital,
können wir nur sagen, daß es die Arbeit des Menschen »bedingt«, nicht
aber, daß es gleichsam ein anonymes »Subjekt« bildet, von dem der
Mensch und seine Arbeit abhängig wären.
Das Zerbrechen dieses vollständigen Bildes, in dem das Prinzip des
Primates der Person über die Sachen voll zur Geltung kommt, hat sich im
menschlichen Denken vollzogen - manchmal nach einer langen,
unterschwelligen Vorbereitung im praktischen Leben -, und zwar dergestalt,
daß die Arbeit vom Kapital getrennt und beide in einen Gegensatz
zueinander gestellt wurden, als ob es sich um zwei anonyme Kräfte handle,
um zwei Produktionsfaktoren, beide von derselben »ökonomistischen«
Betrachtungsweise nebeneinander gesetzt. Ein solcher Problemansatz
enthielt den grundlegenden Irrtum, den man als Irrtum des Ökonomismus
bezeichnen kann, wenn er die menschliche Arbeit ausschließlich nach ihrer
wirtschaftlichen Zielsetzung betrachtet. Man kann und muß diesen
fundamentalen Irrtum des Denkens auch einen Irrtum des Materialismus
nennen, insofern der Ökonomismus direkt oder indirekt die Überzeugung
vom Primat und Vorrang des Materiellen enthält, während er das Geistige
und Personhafte (das Wirken des Menschen, die moralischen Werte und
ähnliches) direkt oder indirekt der materiellen Wirklichkeit unterordnet.
Das ist noch nicht der theoretische Materialismus im Vollsinn des Wortes,
aber sicher schon ein praktischer Materialismus, der nicht so sehr wegen
seiner aus der materialistischen Theorie abgeleiteten Voraussetzungen für
fähig gehalten wird, die Bedürfnisse des Menschen zu erfüllen, sondern
aufgrund einer bestimmten Art zu werten, also aufgrund einer gewissen auf
die unmittelbare und größere Anziehungskraft des Materiellen
gegründeten Rangordnung der Werte. Das irrige Denken nach den Kategorien
des Ökonomismus ging Hand in Hand mit dem Auftauchen der
materialistischen Philosophie und mit ihrer Entwicklung von der mehr
elementaren und allgemeinen Phase (auch Vulgärmaterialismus genannt, weil
er beansprucht, die geistige Wirklichkeit zu einem überflüssigen
Phänomen zu machen) zur Phase des sogenannten dialektischen
Materialismus. Allerdings scheint es, daß - im Rahmen der vorliegenden
Erwägungen - der Ökonomismus für das grundlegende Problem der
menschlichen Arbeit und insbesondere für jene Trennung und
Gegenüberstellung von »Arbeit« und »Kapital« als zwei
Produktionsfaktoren, die man beide nur in der oben genannten
ökonomistischen Weise sehen wollte, von entscheidender Bedeutung war und
gerade diesen inhumanen Problemansatz noch vor dem philosophischen System
des Materialismus geprägt hat. Doch ist offensichtlich auch der
Materialismus nicht in der Lage, auch nicht in seiner dialektischen Form,
der Reflexion über die menschliche Arbeit hinreichende und entscheidende
Grundlagen zu bieten, durch die er dem Vorrang des Menschen vor dem
Instrument »Kapital«, dem Vorrang der Person vor der Sache eine
angemessene und unwiderlegbare Begründung und Stütze geben könnte. Auch
im dialektischen Materialismus ist der Mensch nicht in erster Linie
Subjekt der Arbeit und Wirkursache des Produktionsprozesses, sondern wird
in Abhängigkeit vom Materiellen gesehen und behandelt, als eine Art
»Ergebnis« der die betreffende Zeit prägenden Wirtschafts- und
Produktionsverhältnisse.
Selbstverständlich nimmt der Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital, von
dem hier die Rede ist - der Gegensatz, der die Arbeit vom Kapital trennt
und diesem wie ein eigenes »Ding« gegenüberstellt, als wäre sie
irgendein beliebiges Element des wirtschaftlichen Prozesses -, nicht nur
in der Philosophie und in den Wirtschaftstheorien des 18. Jahrhunderts
seinen Anfang, sondern viel mehr noch in der gesamten
wirtschaftlich-sozialen Praxis jener Zeit der beginnenden und rasch
fortschreitenden Industrialisierung, bei der man vor allem die
Möglichkeit einer starken Vermehrung der materiellen Reichtümer, also
der Mittel, entdeckte, während man das Ziel, den Menschen, dem diese
Mittel dienen müssen, aus dem Auge verlor. Gerade dieser praktische
Irrtum hat vor allem die menschliche Arbeit, den arbeitenden Menschen
getroffen und die ethisch gerechtfertigte Reaktion verursacht, von der
bereits die Rede war. Der gleiche Irrtum, der nun bereits sein bestimmtes,
mit dieser Zeit des ersten Kapitalismus und des Liberalismus verbundenes
historisches Profil hat, kann sich unter anderen zeitlichen und örtlichen
Umständen wiederholen, wenn man bei der Reflexion von den gleichen
theoretischen und praktischen Voraussetzungen ausgeht. Eine radikale
Überwindung dieses Irrtums erscheint unmöglich, solange es nicht zu
angemessenen Änderungen kommt sowohl auf theoretischem wie auch auf
praktischem Gebiet, Änderungen auf der Linie einer entschiedenen
Überzeugung vom Primat der Person über die Sache, der menschlichen
Arbeit über das Kapital als die Gesamtheit der Produktionsmittel.
14. Arbeit und Eigentum
Der hier kurz geschilderte historische Prozeß, der sicher sein
Anfangsstadium schon überschritten hat, aber immer noch im Gange ist und
sich durch die Beziehungen zwischen den Nationen und Kontinenten sogar
noch ausweitet, erfordert auch unter einem anderen Gesichtspunkt eine
Klarstellung. Wenn man von einer Antinomie zwischen Arbeit und Kapital
spricht, so sind damit selbstverständlich nicht nur abstrakte oder
»anonyme Kräfte« gemeint, die bei der wirtschaftlichen Produktion am
Werk sind. Hinter beiden Begriffen stehen Menschen, lebende, konkrete
Menschen; auf der einen Seite diejenigen, welche die Arbeit verrichten,
ohne Eigentümer der Produktionsmittel zu sein, auf der anderen Seite
jene, welche die Rolle des Unternehmers innehaben und entweder selbst die
Eigentümer dieser Mittel sind oder deren Vertreter. So ist also im Ganzen
dieses schwierigen historischen Prozesses von Anfang an das Problem des
Eigentums enthalten. Die Enzyklika Rerum novarum, deren Thema die soziale
Frage ist, legt auch auf dieses Problem Gewicht, indem sie die Lehre der
Kirche über das Eigentum, über das Recht auf Privateigentum auch
hinsichtlich der Produktionsmittel in Erinnerung bringt und bestätigt.
Das gleiche tat die Enzyklika Mater et magistra.
Dieses Prinzip, wie es damals betont wurde und noch heute von der Kirche
gelehrt wird, unterscheidet sich radikal vom Programm des Kollektivismus,
das vom Marxismus proklamiert und im Laufe der Jahrzehnte seit der
Enzyklika Leos XIII. in verschiedenen Ländern der Welt verwirklicht
worden ist. Es unterscheidet sich zugleich vom Programm des Kapitalismus,
das vom Liberalismus und den von ihm inspirierten politischen Systemen
verwirklicht wird. In diesem zweiten Fall liegt der Unterschied in der
Auffassung selbst vom Recht auf Eigentum. Die christliche Tradition hat
dieses Recht nie als absolut und unantastbar betrachtet. Ganz im
Gegenteil, sie hat es immer im größeren Rahmen des gemeinsamen Rechtes
aller auf die Nutzung der Güter der Schöpfung insgesamt gesehen: das
Recht auf Privateigentum als dem gemeinsamen Recht auf Nutznießung
untergeordnet, als untergeordnet der Bestimmung der Güter für alle.
Außerdem hat die Lehre der Kirche das Eigentum nie so aufgefaßt, daß es
zur Ursache sozialen Kontrastes in der Arbeit hätte werden können. Wie
bereits erwähnt, erwirbt man Eigentum vor allem durch Arbeit und, damit
es der Arbeit diene. Das gilt besonders für das Eigentum an
Produktionsmitteln. Eine Auffassung, welche diese isoliert betrachtet, als
einen geschlossenen Komplex von Eigentum, der dann als »Kapital« der
»Arbeit« gegenüberstände oder sie gar ausbeuten sollte, steht im
Gegensatz zum Wesen dieser Mittel und ihres Besitzes. Man darf sie nicht
gegen die Arbeit besitzen; man darf sie auch nicht um des Besitzes willen
besitzen, weil das einzige Motiv, das ihren Besitz rechtfertigt - sei es
in der Form des Privateigentums, sei es in der des öffentlichen oder
kollektiven Eigentums -, dies ist, der Arbeit zu dienen und dadurch die
Verwirklichung des ersten Prinzips der Eigentumsordnung zu ermöglichen:
die Bestimmung der Güter für alle und das gemeinsame Recht auf ihren
Gebrauch. Unter diesem Gesichtspunkt also, im Hinblick auf die menschliche
Arbeit und den gemeinsamen Zugang zu den Gütern, die dem Menschen
zugedacht sind, ist unter den entsprechenden Bedingungen auch die
Sozialisierung gewisser Produktionsmittel nicht auszuschließen. All diese
Prinzipien hat die Kirche bei ihrer Unterweisung im Laufe der Jahrzehnte
seit der Veröffentlichung der Enzyklika Rerum novarum immer betont, wobei
sie sich auf Argumente bezog, die eine viel ältere Tradition formuliert
hatte, zum Beispiel auf die bekannten Argumente der Summa Theologiae des
heiligen Thomas von Aquin.(22)
Im vorliegenden Dokument, dessen Hauptthema die menschliche Arbeit ist,
soll all der Nachdruck bestätigt werden, mit dem die Unterweisung der
Kirche über das Eigentum den Primat der Arbeit und damit den
Subjektcharakter des Menschen im sozialen Leben und vor allem in der
dynamischen Struktur des gesamten Wirtschaftsprozesses bisher zu sichern
suchte und dies weiterhin versucht. In dieser Hinsicht bleibt der
Standpunkt des »strengen« Kapitalismus, der das ausschließliche Recht
des Privateigentums an den Produktionsmitteln wie ein unantastbares
»Dogma« des Wirtschaftslebens verteidigt, weiterhin unannehmbar. Der
Grundsatz von der Achtung der Arbeit fordert, daß dieses Recht einer
konstruktiven - theoretischen und praktischen - Revision unterzogen wird.
Denn wenn es wahr ist, daß das Kapital als Gesamtheit der
Produktionsmittel zugleich die Frucht der Arbeit von Generationen
darstellt, so ist es ebenso wahr, daß es ununterbrochen neu entsteht
durch die Arbeit mit diesen Produktionsmitteln, die einer großen Werkbank
gleichen, wo Tag für Tag die gegenwärtige Generation der Arbeitenden im
Einsatz ist. Es handelt sich hier selbstverständlich um die verschiedenen
Arten von Arbeit, nicht nur um die sogenannte Handarbeit, sondern auch um
die vielgestaltige intellektuelle Arbeit von der Forschung bis zur
Führung.
In diesem Licht gewinnen die zahlreichen, von den Fachleuten der
katholischen Soziallehre und auch vom obersten kirchlichen Lehramt(23)
vorgebrachten Anregungen besondere Bedeutung. Sie betreffen das
Miteigentum an den Produktionsmitteln, die Mitbestimmung, die
Gewinnbeteiligung, die Arbeitnehmeraktien und ähnliches. Unabhängig von
der konkreten Möglichkeit, diese verschiedenen Anregungen zu
verwirklichen, bleibt es offensichtlich, daß die Anerkennung der richtig
verstandenen Stellung der Arbeit und des arbeitenden Menschen im
Produktionsprozeß verschiedene Anpassungen des Rechtswesens auf dem
Gebiet des Eigentums an Produktionsmitteln erfordert. Das gilt nicht nur
im Hinblick auf schon länger bestehende Verhältnisse, sondern in erster
Linie für die Realität und Problemlage, die sich in der zweiten Hälfte
dieses Jahrhunderts in der sogenannten Dritten Welt herausgebildet haben
mit den verschiedenen neuen, unabhängigen Ländern, die - vor allem in
Afrika - an der Stelle ehemaliger Kolonialgebiete entstanden sind.
Wenn also der Standpunkt des »strengen« Kapitalismus einer ständigen
Revision mit dem Ziel einer Reform unter der Rücksicht der Menschenrechte
unterzogen werden muß - wobei die Menschenrechte im weitesten Sinn und im
Zusammenhang mit der Arbeit zu verstehen sind -, so muß man unter dem
gleichen Gesichtspunkt feststellen, daß diese vielfältigen und so sehr
erwünschten Reformen nicht a priori durch eine Aufhebung des
Privateigentums an den Produktionsmitteln verwirklicht werden können.
Denn es ist zu bedenken, daß es für eine zufriedenstellende
Sozialisierung der Produktionsmittel (des Kapitals) nicht genügt, sie
einfach den Händen ihrer privaten Eigentümer zu entziehen. Sie hören in
diesem Fall nur auf, Eigentum einer bestimmten Gesellschaftsgruppe, der
privaten Eigentümer, zu sein, um dafür Eigentum der organisierten
Gesellschaft zu werden und dabei unter die Verwaltung und direkte
Kontrolle einer anderen Personengruppe zu geraten, die, ohne Eigentümer
der Produktionsmittel zu sein, durch ihre Machtposition in der
Gesellschaft darüber auf der Ebene der gesamten nationalen oder der
örtlichen Wirtschaft verfügt.
Diese führende und verantwortliche Gruppe kann ihre Aufgaben in einer vom
Standpunkt des Primates der Arbeit befriedigenden Weise erfüllen; sie
kann sie aber auch schlecht erfüllen, indem sie für sich das Monopol in
Anspruch nimmt, die Produktionsmittel zu verwalten und über sie zu
verfügen, und dabei nicht einmal vor der Verletzung fundamentaler
Menschenrechte zurückschreckt. So ist also der bloße Übergang der
Produktionsmittel in Staatseigentum im kollektivistischen System
keineswegs schon gleichbedeutend mit einer »Sozialisierung« dieses
Eigentums. Von Sozialisierung kann man nur dann sprechen, wenn der
Subjektcharakter der Gesellschaft garantiert ist, das heißt wenn jeder
aufgrund der eigenen Arbeit den vollen Anspruch hat, sich zugleich als
Miteigentümer der großen Werkstätte zu betrachten, in der er gemeinsam
mit allen anderen arbeitet. Ein Weg auf dieses Ziel hin könnte sein, die
Arbeit soweit wie möglich mit dem Eigentum am Kapital zu verbinden und
eine große Vielfalt mittlerer Körperschaften mit wirtschaftlicher,
sozialer oder kultureller Zielsetzung ins Leben zu rufen: Körperschaften
mit echter Autonomie gegenüber den öffentlichen Behörden,
Körperschaften, die ihre spezifischen Ziele in ehrlicher Zusammenarbeit
und mit Rücksicht auf die Forderungen des Gemeinwohls verfolgen und sich
in Form und Wesen als lebensvolle Gemeinschaften erweisen, so daß sie
ihre Mitglieder als Personen betrachten und behandeln und zu aktiver
Teilnahme an ihrem Leben anregen.(24)
15. Der personale Gesichtspunkt
So ist also das Prinzip des Primates der Arbeit vor dem Kapital eine
Forderung sozialethischer Natur. Diese Forderung nimmt sowohl in
demjenigen System eine Schlüsselstellung ein, das sich auf dem Grundsatz
des privaten Eigentums an Produktionsmitteln aufbaut, als auch in jenem,
in dem dieses, zuweilen sogar bis an die Wurzel, eingeschränkt worden
ist. Die Arbeit ist in gewisser Hinsicht untrennbar mit dem Kapital
verbunden und duldet in keiner Form jene Antinomie, die sie von den
Produktionsmitteln trennen und ihnen entgegenstellen will und die als
Ergebnis rein wirtschaftlichen Denkens das Leben der Menschen während der
letzten Jahrhunderte belastet hat. Wenn der Mensch arbeitet und sich dabei
der Gesamtheit der Produktionsmittel bedient, so möchte er zugleich, daß
die Früchte dieser Arbeit ihm und den anderen zugute kommen und daß er
bei diesem Arbeitsprozeß Mitverantwortlicher und Mitgestalter in der
Werkstätte sein darf, in der er tätig ist.
Daraus ergeben sich einige spezifische Rechte der Arbeitnehmer, welche der
Verpflichtung zur Arbeit entsprechen. Es wird davon in der Folge die Rede
sein. Schon hier ist jedoch allgemein hervorzuheben, daß der Arbeitende
nicht nur das geschuldete Entgelt für seine Arbeit erwartet, sondern
auch, daß im Produktionsprozeß selbst die Möglichkeit erwogen werde,
daß er bei seiner Arbeit - auch bei Gemeinschaftseigentum - gleichzeitig
das Bewußtsein haben könne, im eigenen Bereich zu arbeiten. Dieses
Bewußtsein wird in ihm ausgelöscht bei einem System übermäßiger
bürokratischer Zentralisierung, wo sich der Arbeitnehmer eher als
Rädchen in einem von oben bewegten Mechanismus vorkommt und sich - aus
mehr als einem Grund - eher als bloßes Produktionsmittel denn als echtes
Subjekt der Arbeit fühlt, das mit Eigeninitiative begabt ist. Die Lehre
der Kirche hat immer die sichere und tiefe Überzeugung zum Ausdruck
gebracht, daß die menschliche Arbeit nicht nur mit der Wirtschaft zu tun
hat, sondern auch und vor allem personale Werte mitbetrifft. Die volle
Achtung dieser personalen Werte gereicht gerade dem Wirtschaftssystem
selbst und dem Produktionsprozeß zum Vorteil. Nach dem heiligen Thomas
von Aquin(25) ist es vor allem dieser Grund, der für das Privateigentum
an den Produktionsmitteln spricht. Wenn wir auch anerkennen, daß aus
bestimmten begründeten Motiven Ausnahmen vom Grundsatz des
Privateigentums gemacht werden können - heutzutage sind wir sogar Zeugen
der Einführung des Systems »sozialisierten« Eigentums -, so verliert
dennoch der personale Gesichtspunkt weder auf grundsätzlicher noch auf
praktischer Ebene seine Bedeutung. Jede Sozialisierung von
Produktionsmitteln, die überlegt und fruchtbar sein will, muß diesen
Gesichtspunkt berücksichtigen. Man muß alles daransetzen, daß der
Mensch auch in einem solchen System das Bewußtsein behalten kann, im
eigenen Bereich zu arbeiten. Sonst ergeben sich im ganzen
Wirtschaftsprozeß unkalkulierbare Schäden, und zwar nicht nur
wirtschaftlicher Art, sondern vor allem Schäden am Menschen
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